„Servus, Grüezi und Hallo“

…mit diesem Titel eroberten Maria und Margot Hellwig 1977 die Hitparaden der Volksmusik – und er verleitet heute noch den einen oder anderen zum Mitschmettern und Mitschunkeln. Weniger geeignet ist er allerdings als Anrede für geschäftliche Briefe oder E-Mails. Schade eigentlich. Denn so mancher – da schließe ich mich gerne mit ein – würde sich über eine Alternative zum doch sehr förmlichen und distanzierten „Sehr geehrter Herr Müller“ freuen. Auch „Hallöchen“, „Hallihallo“ oder „Hi“ sind keine gute Idee, möchte man einen halbwegs professionellen Eindruck bei seinem Kunden oder Geschäftspartner hinterlassen. Aber was ist denn nun eine moderne und vertretbare Variante für eine Anrede auf geschäftlicher Ebene?

 

 „Guten Tag, Herr Müller“

…oder eben auch „Guten Tag, Frau Schneider“ sind adäquate Grußformeln – höflich, aber ein wenig näher dran am Adressaten als die gute alte „Ehrerbietung“ zu Beginn eines Briefes oder einer E-Mail. Wer einigermaßen sicher ist, dass der Empfänger die Nachricht auch zeitnah lesen wird, kann außerdem je nach Tageszeit auch „Guten Morgen“ oder „Guten Abend“ schreiben.

 

„Liebe Frau Schneider“

…setzt voraus, dass Sie Frau Schneider schon kennen. Die Anrede ist sehr vertraulich – und kann schnell unpassend werden, falls im Laufe des schriftlichen Austausches auch Unangenehmes angesprochen werden muss. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Krankenkasse entscheidet sich für die standardisierte Anrede „Lieber Herr Müller/Liebe Frau Schneider“. Das passt super, solange es um angenehme Belange geht: Eine Kostenerstattung oder die Information zu Zusatzleistungen beispielsweise. Wird aber eine Kostenübernahme abgelehnt oder ist man sich anderweitig uneinig, kommt das „Liebe Frau Schneider“ schnell wie Hohn daher. Ansonsten ist diese Anrede aber durchaus vertretbar, nämlich für sehr gute und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen.

 

„Hallo, Herr Müller“

Bei der Frage, wie so ein „Hallo“ in der E-Mail oder im Geschäftsbrief ankommt, sind natürlich auch das Alter des Adressaten und die Branche, in der er arbeitet, entscheidend. Ich würde dennoch darauf verzichten und benutze diese Anrede nur, wenn ich mit jemandem per Du bin – oder wirklich seit langem mit ihm oder ihr Kontakt habe. „Hallo“ ist nämlich schon ziemlich persönlich.

 

„Sie haben damit angefangen!“

Am einfachsten ist es natürlich, wenn man zuerst angeschrieben wird – dann kann man mit der Anrede, mit der man selbst angesprochen wurde, nämlich in der Regel nichts falsch machen. Wer selbst eine sehr förmliche Sprache wählt, wird eine Antwort im selben Stil nicht zu distanziert finden. Und wer sich für ein „Hallo“ entscheidet, wird es selbst wohl nicht als zu salopp betrachten, so angesprochen zu werden.

 

Sehr geehrt ist nicht verkehrt

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Falsch liegt man mit „Sehr geehrter Herr Müller“ natürlich auch heute nicht. Die Anrede ist höflich und respektvoll – und damit ist man bei einem Erstkontakt immer auf der sicheren Seite.

 

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.

 

„Adios heißt Auf Wiedersehn“

(…das ist ein Titel von den Flippers und übrigens als Grußformel auch eher ungeeignet)

 

Ihre Christina Spill

Bildquellen

  • bty: Christina Spill