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Geschäftliche Weihnachtsgrüße

Die ersten Türchen im Adventskalender sind bereits geöffnet – allerhöchste Zeit also, Weihnachts- und Neujahrswünsche für Kunden und Geschäftspartner auf den Weg zu bringen. Denn viele haben am Ende des Jahres noch Urlaub übrig und verabschieden sich unter Umständen schon weit vor den Feiertagen in die Ferien. Andere rotieren bis zum Schluss und würden eine Karte, die auf den letzten Drücker in den Briefkasten schneit, vielleicht sogar übersehen. Beides wäre schade.

Ich weiß: Vor allem bei der alljährlichen Weihnachtspost ist es schwierig, das Rad neu zu erfinden. Das müssen Sie auch gar nicht. Allerdings sollten Sie sich Zeit nehmen für die Grüße – schließlich geht es hier um Wertschätzung und ein aufrichtiges Dankeschön für die gute Zusammenarbeit. Dazu gehört im Übrigen nicht nur ein guter Text, sondern auch die passende Hülle: Fragen Sie jemanden, der sich mit sowas auskennt und eine geschmackvolle Karte plus Umschläge für Sie gestaltet. Im Folgenden finden Sie ein paar Tipps für gelungene Weihnachtskartentexte.

 

Analog statt digital

Natürlich haben auch virtuelle Weihnachtskarten durchaus ihren Charme. Sie sind in der Regel schnell erstellt – genauso schnell landen sie aber auch im digitalen Papierkorb oder geraten in Vergessenheit. Laut einer Studie von 2016 erhalten deutsche Führungskräfte satte 30.000 E-Mails pro Jahr, bei Angestellten sieht es nicht viel besser aus. Mit einer Karte oder gar einem Brief hat man meiner Meinung nach immer noch größere Chancen auf einen bleibenden Eindruck.

 

Werden Sie persönlich

Beim Erstellen Ihrer Weihnachtsgrüße gilt: Je persönlicher Sie sie gestalten, desto mehr Wertschätzung kommt beim Empfänger an. Sie müssen nicht alles handschriftlich festhalten, aber vielleicht können Sie ja wenigstens die Anrede oder zumindest die Unterschrift per Hand schreiben. Lassen Sie eventuell unter dem allgemeinen Text noch Platz für persönliche Worte. Das Unternehmen ist in ein neues Gebäude umgezogen? Sie haben eine besondere Anekdote auf Lager, die die gemeinsame Arbeit betrifft? Nehmen Sie Bezug auf diese Ereignisse. Achten Sie nur darauf, Zweideutigkeiten zu vermeiden: Lassen Sie Ihren Text ruhig von einer anderen Person gegenlesen, bevor der Empfänger am Ende etwas in den falschen Hals bekommt.

 

Zitate und Sprüche

Sinnsprüche und Zitate mit Bezug auf Weihnachten oder den Jahreswechsel lassen sich im darauffolgenden Text sehr gut aufnehmen, darin enthaltene Wortfelder/Bilder verbinden sich unter Umständen gut mit Ihren Danksagungen und guten Wünschen für den Adressaten. Manchmal eine gute Inspiration, wenn man Formulierungen wie „Ich bedanke mich herzlich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr“ nicht mehr sehen kann. Wobei daran grundsätzlich gar nichts auszusetzen ist.

 

Aufbau einer Weihnachtskarte

Man nehme:

  • Ein paar Gedanken zum Anlass, also zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel
  • Einen kurzen Rückblick auf das Geschäftsjahr und die Zusammenarbeit
  • Ein Dankeschön
  • Einen Ausblick auf das neue Jahr
  • Persönliche Wünsche für die Advents- und Weihnachtszeit und den Jahreswechsel
  • Eine Unterschrift

 

Und falls Sie immer noch nicht so richtig wissen, wie Ihre Weihnachtsgrüße aussehen sollen: Ich schreibe gerne einen Text für Ihre Karten.

 

Ich wünsche Ihnen, Ihren Mitarbeitern, Kollegen und Familien eine schöne Weihnachtszeit mit hoffentlich viel Ruhe und Platz für die Dinge und Menschen, die Ihnen wichtig sind. Passen Sie auf sich auf. Wir lesen, hören und sehen uns im neuen Jahr.

 

Ihre Christina Spill

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„Liebe Presse…“ – Tipps für Pressemitteilungen / Teil 2

Im zweiten Teil meines kleinen Ratgebers soll es um Floskeln gehen, die Sie beim Verfassen Ihrer Pressemitteilung vermeiden sollten. Vieles davon ist einfach schief formuliert, wird aber so oft verwendet, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken und die Ausdrucksweise einfach übernehmen. Passiert mir übrigens auch immer wieder, um ganz ehrlich zu sein. Andere Formulierungen haben dafür inhaltlich kaum etwas zu bieten – und sind deshalb überflüssig.

 

An dieser Stelle also einige der häufigsten und leicht vermeidbaren Floskeln:

 

„Bis auf den letzten Platz gefüllt“ bedeutet, wenn man kurz darüber nachdenkt, dass EIN Platz also nicht besetzt war – und das möchte der Verfasser in den seltensten Fällen sagen. Die Veranstaltung war komplett ausverkauft.

 

„Für das leibliche Wohl ist gesorgt“. Ist das wirklich wichtig? Diese Floskel ist nicht totzukriegen, bietet aber kaum brauchbare Informationen. „Es gibt halt irgendwas zu essen“ würden Sie ja auch nicht schreiben, oder? Wenn Sie das Ganze dennoch thematisieren möchten, dann sagen Sie doch wenigstens, WAS es Leckeres gibt, damit man sich darauf freuen kann.

 

„Wie auch schon im letzten Jahr, so…“ – Wer jetzt noch weiterliest, ist selber schuld. Ein spannender Einstieg sieht jedenfalls anders aus.

 

„Der Vorsitzende ließ in seinem Bericht das vergangene Jahr Revue passieren.“ Was soll er auch sonst tun? Wenn Sie das Ganze unbedingt erwähnen möchten, gehen Sie vielleicht auf ein oder zwei Besonderheiten aus diesem Bericht ein, erinnern Sie die Leser an wichtige Ereignisse. Ansonsten ist dieser Satz vollkommen überflüssig.

 

„Das Tanzbein schwingen“ – von dieser Aktivität liest man häufig. Allerdings: Die meisten Menschen haben dann ja doch zwei untere Extremitäten. Welches ist das Tanzbein? Und was macht das andere währenddessen?

 

– Wenn etwas am letzten Sonntag stattgefunden hat, ist das wahrlich ein Grund zur Besorgnis, denn das heißt im Klartext: Es wird keinen weiteren Sonntag mehr geben, das war der letzte. Gemeint war aber wahrscheinlich der vergangene Sonntag. Oder?

 

– Das Café befindet sich AN der Poststraße, nicht IN der Poststraße. Auch, wenn letztere Formulierung sogar häufig in verschiedenen Printmedien zu lesen ist: Sie ist schief. Schließlich wurde nicht die ganze Straße aufgerissen, damit das neue Café darin Platz findet.

 

„Die ABC GmbH lädt am Donnerstag, 19. Oktober, zum Herbstfest ein.“ Mit anderen Worten: Sie sprechen die Einladung nicht jetzt, sondern erst am Donnerstag aus. Was ja zu spät ist, schließlich findet die Veranstaltung dann schon statt. „Die ABC GmbH lädt FÜR Donnerstag, 19. Oktober, zum Herbstfest ein.“ Dann passt es wieder.

 

Viel Spaß beim Umsetzen. Und sollten Sie dennoch Hilfe beim Formulieren Ihrer Pressemitteilung benötigen, dann melden Sie sich doch einfach bei mir.

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„Liebe Presse…“ – Tipps für Pressemitteilungen / Teil 1

 

Als Redakteurin habe ich etliche bearbeitet und mich über viele geärgert, als selbstständige Texterin verfasse ich nun selbst welche und profitiere von den Erfahrungen, die ich bei der Tageszeitung sammeln durfte: Pressemitteilungen sind ein Kapitel für sich – aber eigentlich kein Hexenwerk. Die wichtigste Information für alle Verfasser von Pressemitteilungen: Ein Redakteur hat keine Zeit. Und weil das so ist, hat er herzlich wenig Lust, sich mit dem Redigieren Ihres Textes aufzuhalten. Wenn es gut läuft, ist der Schreiberling zwar am Ende hochgradig genervt von Ihnen und Ihrem Anliegen, veröffentlicht Ihre Informationen nach einer umfassenden Bearbeitung aber trotzdem. Im ungünstigsten Fall wandert Ihr Textwerk nach einem kurzen, prüfenden Blick in der digitalen Tonne. Letzteres ist leider sehr viel wahrscheinlicher. Deshalb hier ein paar Tipps.

 

Bevor es losgeht…

Bevor Sie überhaupt anfangen zu schreiben: Seien Sie sich im Klaren darüber, was die Neuigkeit ist, die Sie unters Volk bringen möchten. Versetzen Sie sich in die Lage der potenziellen Leserschaft und fragen Sie sich: „Interessiert das jemanden?   Was ist der Mehrwert für die Leser?“ Sollten Sie zu dem Schluss kommen, dass Laien mit den News nichts anfangen können, kommt vielleicht eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift infrage. Ansonsten lieber abwarten, bis Sie vom Nachrichtenwert für andere überzeugt sind.

 

Formales

– Kurz und knapp zum Aufbau: Eine Pressemitteilung ist mit dem Wort „Pressemitteilung“ als solche zu kennzeichnen, außerdem gehören eine Ortsmarke und das Datum der Veröffentlichung auf das Dokument. Es folgen eine Überschrift (Head) und eine Unterzeile (Subhead), letztere enthält mehr Informationen zu dem in der Überschrift angeschnittenen Thema. Im Lead, also der Einleitung, werden die W-Fragen  (siehe weiter unten) beantwortet, in nachfolgenden Abschnitten können Sie etwas in die Tiefe gehen. Bei etwas längeren Mitteilungen können Zwischenüberschriften helfen, den Leser bei der Stange zu halten. Am Ende der Pressemitteilung steht der Ansprechpartner mit Kontaktdaten!

– Zusätzliches Material wie Bilder oder Infografiken erhöhen die Chance für eine Veröffentlichung. Beides sollte druckfähig (zumindest bei Printmedien!) und entsprechend hoch genug aufgelöst sein. Wer sehr viel Zusatzmaterial  bieten kann, sollte eher einen Link zum Download bereitstellen statt alles zu versenden.

– Verwenden Sie bitte eine ganz gewöhnliche Word-Datei oder ein gängiges Datei-Format, das Redakteure problemlos öffnen und bearbeiten können. Nichts ist nerviger als einen Text tatsächlich noch einmal komplett abtippen zu müssen, nur weil er sich nicht kopieren lässt.

Zahlen  von eins bis zwölf werden ausgeschrieben, ab 13 dann als Ziffer dargestellt.

– Längen von mehr als einer DIN-A-4-Seite sind schwierig. Konzentrieren Sie sich also auf das Wesentliche, formulieren sie kurz und knackig .

 

Aufbau

– Das Wichtigste kommt zuerst. Wenn Sie Pech haben, kann der Redakteur für Ihre Mitteilung nur ganz wenig Platz einräumen – da ist es hilfreich, wenn alle relevanten Informationen am Anfang stehen. Orientieren Sie sich dabei an den guten alten W-Fragen : Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Woher?

– …tun Sie sich aber selbst einen Gefallen: Vermeiden Sie um Himmels Willen einen ersten Satz, der folgendermaßen beginnt: „Am Samstag, 17. Juni, wird um 15 Uhr das Café XY an der Rosenstraße in Hintertupfingen eröffnet.“ Spätestens jetzt ist der Leser nämlich eingeschlafen. Große Spannungsbögen müssen Sie in einer Pressemitteilung auch nicht aufbauen, aber machen Sie sich interessant . Und gestalten Sie die Überschrift und den ersten Satz so, dass der Leser bei Ihnen bleibt.

 

Stil

– Eine Pressemitteilung ist keine Werbung  und richtet sich nicht an Endkunden, die Sie von Ihren Produkten, Dienstleistungen oder Ihrem Unternehmen im Allgemeinen überzeugen sollen. Superlative wie „das beste Produkt“ oder „die innovativste Lösung“ gehören deshalb auf keinen Fall in eine Pressemitteilung – es sei denn, Sie können sie tatsächlich belegen. Bleiben Sie objektiv. Lobhudeleien auf Ihr Unternehmen werden ersatzlos gestrichen oder führen im schlimmsten Fall dazu, dass gar nichts veröffentlicht wird.

– Schreiben Sie Ihre Pressemitteilung immer aus Sicht des Mediums, in dem sie veröffentlicht werden soll. Das bedeutet: Formulierungen wie „Wir laden herzlich zum Sommerfest ein“ oder „Unser Unternehmen ist seit 150 Jahren fest in der Region verankert“ haben hier nichts verloren und müssen von der Redaktion mühsam bearbeitet werden. Also bitte immer gleich in der 3. Person  formulieren: „Die ABC AG lädt zum Sommerfest ein“ und „Bernhard ABC gründete das Unternehmen 1867“.

– Wenn Sie Angaben zu Personen machen, nennen Sie bitte deren vollständigen Vor- und Nachnamen . Herr Meier und Frau Müller werden es Ihnen danken. Der zuständige Redakteur auch.

– Verwenden Sie aktive Sprache , vermeiden Sie Passivkonstruktionen. Also „Geschäftsführer XY stellte die Umsatzzahlen für 2016 vor“ statt „Die Umsatzzahlen für 2016 wurden von Geschäftsführer XY vorgestellt“.

– Wer ist eigentlich dieser „man“? Manchmal kann man das Wörtchen „man“  nicht vermeiden. Aber wo es Ihnen möglich ist, sollten Sie konkret sagen, wer da was tut, sagt oder denkt.

­- Zitate lockern einen Text auf und bieten Ihnen die Möglichkeit, Verantwortliche in Ihrem Unternehmen in den Vordergrund zu rücken. Vor allem Meinungen und Einschätzungen können Sie mithilfe der wörtlichen Rede gut wiedergeben.

 

Im zweiten Teil wird es übrigens um Stilblüten, Floskeln und schiefe Formulierungen gehen. Wir lesen uns!

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500 Wörter zum Thema
„Bezahlung pro Zeile“

Schreiben im Allgemeinen ist recht leicht. Nehmen Sie diesen Absatz hier zum Beispiel: Den tippe ich gerade einfach so runter, ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Ich weiß, was ich sagen will, das Thema ist nicht sonderlich kompliziert. Für diesen Abschnitt habe ich jetzt noch nicht einmal eine Minute gebraucht. Mit zehn Fingern tippt es sich super schnell, wenn man weiß, was man schreiben soll. Ein selbst gewähltes Thema schriftlich aufzugreifen, ist für mich kein Problem. Das geht ratzfatz.

Man nehme: Viel Zeit und gute Vorbereitung

Anders sieht es aber aus, wenn ich einen Text für Sie verfassen soll. Dazu muss ich Sie bzw. Ihr Unternehmen erst einmal kennenlernen. Und herausfinden, wer und wie Sie sind, wer Ihre Kunden sind, was Sie verkaufen möchten. Wie Sie selbst Ihre Kunden ansprechen, worauf die besonders Wert legen, welche Wünsche sie wiederum an die Zusammenarbeit mit Ihnen haben. Dabei müssen Sie mir helfen. Ich muss Sie kennenlernen, mit Ihnen sprechen, mich einlesen. Und das braucht Zeit. Schließlich wollen Sie keine Textlösung von der Stange, keinen Lückentext, in den ich einfach nur Ihren Firmennamen einfüge, sondern ein Ergebnis, in dem Sie sich und Ihr Unternehmen wiedererkennen. Einen Text also, der es wert ist, gelesen zu werden, weil er wichtige Informationen kompakt und leicht verständlich wiedergibt und gleichzeitig einfach gut klingt – nach Ihnen nämlich. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um einen Katalogtext, eine Pressemitteilung oder Inhalte für Ihre Homepage handelt.

Ein guter Text ist wie ein Haus

Mit dem Schreiben ist es ein bisschen so wie mit dem Hausbau: Man braucht für den Anfang ein solides Fundament. Alles, was danach kommt, baut darauf auf, greift ineinander, passt zusammen, fügt sich lückenlos ein. So entsteht ein Mauerwerk, das hält. Oder in meinem Fall eben ein Wortwerk. Dafür mache ich mir viele Gedanken, ich probiere aus, nehme einen Satz weg, füge einen anderen ein. Bis ein Text steht, dauert es eine Weile.
Sehr häufig höre ich die Frage: „Was nehmen Sie pro Zeile?“ oder „Wie viel kosten 500 Wörter?“ Aus den oben genannten Gründen hoffe ich auf Verständnis dafür, dass das so nicht funktioniert. Im Chat mit dem besten Freund mögen 500 Wörter manchmal binnen weniger Minuten zusammenkommen – da schreibt man einfach drauf los. Aber wissen Sie noch, wie lange Sie an Ihrem letzten Bewerbungsanschreiben gefeilt haben – als es Ihnen nämlich wichtig war, den bestmöglichen Text abzuliefern?

Womit Sie bei mir rechnen können

Keine Sorge: Natürlich bekommen Sie von mir vorab eine Einschätzung darüber, wie viele Arbeitsstunden ich maximal mit Ihrem Auftrag beschäftigt sein werde. Schließlich möchten Sie wissen, womit Sie rechnen müssen. Einen Pauschalpreis pro Textzeile kann und will ich aber nicht festlegen. Immerhin tippe ich hier nicht Ihren Einkaufszettel, sondern verfasse einen Text, der Sie und Ihr Unternehmen repräsentiert. Und das mache ich gerne gut und sorgfältig.
Übrigens: Wenn Sie jetzt mal die Wörter dieses Textes hier inklusive Überschrift und Zwischenüberschriften zusammenzählen, kommen Sie ganz genau auf die Zahl 500. Toll, oder? Finde ich auch.

Mir fehlen die Worte

„Mir fehlen die Worte ich/hab die Worte nicht/dir zu sagen was ich fühl’/ich bin ohne Worte ich/finde die Worte nicht/ich hab keine Worte für dich“

Das sind eigentlich die Worte von Tim Bendzko, und eigentlich besingt er damit seine Unfähigkeit, der Angebeteten seine Gefühle zu offenbaren (und eigentlich finde ich Tim Bendzko nur so mittel gut), aber sie beschreiben irgendwie ganz treffend die Sprachlosigkeit, die auch mich zuweilen beschleicht. Und das, obwohl ich bekanntermaßen mein Geld mit dem Suchen und Finden der passenden Worte verdiene.

Wenn mir jemand dumm kommt, stehe ich oft genug selbst dumm da – bzw. stumm. „Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt“, so der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain. Wie wahr. Als ich neulich mit zwei Freundinnen ein Siegener Lokal besuchte und wir zahlen wollten, musste ich mir mein Portemonnaie auf der Suche nach Kleingeld praktisch direkt unter die Nase halten, weil das Licht so schummrig war. Dieses Fischen im Trüben ging der Bedienung offenbar zu langsam: ungefragt langte sie in mein Münzfach und nahm sich das gesuchte Zwei-Euro-Stück heraus. Sie ließ mich mit einem verdatterten „Äh…“ auf der Zunge zurück.

Wenn jemand stirbt/von uns geht/tot ist und nicht wiederkommt, dann möchte man denen, die noch da sind und das alles verstehen wollen/müssen etwas Tröstendes sagen, ihnen zeigen, dass man für sie da ist – und scheitert doch jedes Mal wieder bei dem kläglichen Versuch, dieses Gefühl in Worte zu fassen. „Es tut mir so leid“ klingt so trivial, „Herzliches Beileid“ so furchtbar antiquiert – und das Angebot, immer da zu sein, irgendwie nach leerer Versprechung. Kann ich denn überhaupt irgendetwas sagen oder schreiben, was den Tod irgendwie erträglicher macht? Ist das überhaupt das Ziel?

Wenn Flüchtlingsunterkünfte angezündet werden und davor eine fahnenschwenkende Masse „Wir sind das Volk“ skandiert, dann bin ich sprachlos vor Wut und Verständnislosigkeit. Dann geht mir einfach nicht in den Kopf, woher all diese Angst und der Hass kommen, und wie jemand das Glück, in Frieden und Freiheit zu leben, nicht als solches begreifen sondern als sein alleiniges Vorrecht erachten kann. „Wenn ihr das Volk wärt, wäre ich Flüchtling“ – das Foto eines Plakats mit dieser Aufschrift entstand auf einer PEGIDA-Gegendemonstration. Gut gesagt. Ich stehe immer noch fassungslos da und ringe um Worte.

Zugegeben: das sind wirklich sehr unterschiedliche Situationen. Und doch haben sie meiner Meinung nach eines gemeinsam. Vielleicht ist es nämlich gar nicht so entscheidend, WAS man eigentlich sagt. Sondern dass man es überhaupt tut. Ein spontanes „Hallo?!“ vom Stapel lässt, wenn jemand ungefragt in unsere Taschen langt. „Es tut mir so leid“ stottert, wo jedes noch so liebgemeinte Wort sinnlos erscheint. Und nicht müde wird zu erklären, warum Menschen auf der Flucht Hilfe verdienen statt Hass.

Ich wünsche uns jedenfalls allen, Worte zu finden. Ob es immer die richtigen sind – wer vermag das schon zu sagen?

 

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Ganz individuell

Kennen Sie eigentlich schon Didis Obststandl? Nein? Das sollten Sie schleunigst ändern. Den Imagefilm zu Didis Obststandl schaue ich mir immer wieder gerne an, wenn mir ein Auftraggeber für einen Imagetext folgenden Tipp gibt: „Toll wäre, wenn Sie auch noch erwähnen würden, dass wir individuell auf Kundenwünsche eingehen.“

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich weiß ja ganz genau, was Sie meinen. Das Problem beim individuellen Kundenwunscheingang ist nur: Alle anderen tun’s ja auch – überall, mit jedem Produkt und jeder Dienstleistung. Deswegen ist es wichtig in Worte zu fassen, WIE Sie individuell auf Ihre Kunden eingehen. Wenn Sie Schaukelpferde herstellen, dann sollten wir vielleicht erwähnen, dass Sie sie auch nach Kinderzeichnungen bemalen lassen, dass man seine Lieblingsknöpfe als Schaukelpferdaugen einarbeiten oder dem Holzpony die selbe Frisur wie dem Nachwuchs zaubern kann.

Wenn Sie noch nicht so genau wissen, worauf ich hinaus möchte, tun Sie mir einen Gefallen: Machen Sie die Augen zu und hören Sie sich das Video zu Didis Obststandl erstmal nur an. Achten Sie besonders auf die Texte des Sprechers mit der markanten Stimme. Noch besser: Lassen Sie einen völlig Unbeteiligten zuhören und dann raten, um was für ein Unternehmen es sich handelt.

 

 

Falls Sie „S’Lebn is a Freid! Die Mutter aller Imagefilme.“ mögen, interessiert Sie vielleicht auch der thematisch passende Recruitingfilm „Total authentisch“:

 

 

Und wenn das Ganze Sie wider Erwarten nicht zum Schmunzeln gebracht haben sollte – sei’s drum. Geschmäcker sind halt (individuell) verschieden.

Auf bald

Ihre Christina Spill

Einkaufen online und offline

Wenn ich Zeit habe, dann genieße ich den Bummel durch die Innenstadt – vor allem in Buchhandlungen kann ich Stunden verbringen. Ich liebe es, durch die einzelnen Abteilungen zu streifen, Neues zu entdecken und Bücher und Bildbände in die Hand zu nehmen, darin blättern zu können. Das ist mein persönliches Einkaufserlebnis. Online bestelle ich Bücher immer dann, wenn ich genau weiß, was ich will – und wenn ich gerade keine Zeit dafür habe, einen Ausflug zum Buchladen zu machen. Bei meiner jüngsten Online-Bestellung hatte ich zuvor erfolglos versucht, einen bestimmten Roman im Einzelhandel vor Ort zu bekommen: Das Buch ist schon vor fünf Jahren erschienen, im Laden beanspruchen aber vor allem Neuerscheinungen und Klassiker den Platz in den Regalen. Natürlich hätte ich den Schmöker auch an Ort und Stelle bestellen können – dann hätte ich aber zwei Tage später noch einmal wiederkommen müssen. Denn der Buchhändler meines Vertrauens liefert leider nicht zu mir nach Hause, was ich nicht auf Anhieb bei ihm finde. Schade eigentlich.

Der stationäre Einzelhandel könnte durchaus vom E-Commerce profitieren statt immer nur dagegen zu wettern. Warum nicht mehrere Kanäle miteinander verbinden wenn es darum geht, Kunden zu erreichen? Schon längst imitiert auch der E-Commerce Strategien des stationären Handels: Personalisierte Empfehlungen, basierend auf früheren Suchanfragen, übernehmen längst die Funktion des Händlers vor Ort, der früher die Vorlieben seiner Kunden kannte. Der Klick ins Buch ersetzt für mich noch nicht das Stöbern mit Anfassen – manchmal verlasse ich mich aber trotzdem darauf. Zum Beispiel, wenn ich mich in der Mittagspause völlig umsonst auf den Weg gemacht habe, weil die Öffnungszeiten auf der Homepage leider nicht zu finden waren und ich nun vor verschlossenen Türen stehe. Wer seine Energie darauf verwendet, das Internet für sich zu nutzen statt es zu verteufeln, kann seinen Kunden auch in Zukunft etwas bieten.

Wie der stationäre Einzelhandel in der Region auf diese besonderen Herausforderungen reagiert, habe ich für den Südwestfalen Manager recherchiert: In meinem Bericht mit dem Titel „Cross-Channel gegen Amazon“ kommt außerdem E-Commerce-Experte Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH, Institut für Handelsforschung in Köln, zu Wort und erklärt, welche Chancen die Händler vor Ort unbedingt wahrnehmen sollten.

http://suedwestfalen-manager.de/cross-channel-gegen-amazon

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

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Was bisher geschah

2015 ist fast schon wieder zwei Wochen alt – ich wünsche Ihnen an dieser Stelle noch einmal ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Sie einen guten Rutsch hingelegt haben. Für mich kann das neue Jahr jedenfalls gerne so weitergehen, wie es aufgehört hat. Seit der Herbstausgabe 2014 unterstütze ich das Team des TOP Magazins Siegen-Wittgenstein redaktionell. Schauen Sie doch mal vorbei – für das aktuelle Heft habe ich Kinos aus der Region besucht, mich auf eine kulinarische Weltreise begeben, das gemeinsame Kochen neu entdeckt und unter anderem erklärt, wie Sie durch Fasten zur inneren Balance finden:

http://www.top-magazin-siegen.de/blaetterausgabe/201114/

Für den Wirtschaftsreport, das Magazin der Industrie- und Handelskammer Siegen, habe ich mit Menschen gesprochen, die Arbeitsmodelle jenseits der typischen Nine-to-Five-Jobs leben. Außerdem stelle ich im Rahmen der Serie “Familie & Beruf” die Busch-Jaeger Elektro GmbH aus Aue in Bad Berleburg vor und präsentiere mit dem Restaurant Bardolino aus Dahlbruch eine leckere Alternative zum Schlemmertrip ans Mittelmeer:

http://www.ihk-siegen.de/share/flip/Januar2015/index.html

Und für den Südwestfalen Manager habe ich mal die Verpackungsbranche unter die Lupe genommen und Spannendes über neue Technologien erfahren – intelligente Verpackungen etwa leisten viel mehr als nur den bloßen Schutz beim Transport…

http://suedwestfalen-manager.de/neue-wege-zur-h_lle-mit-f_lle

Ich hoffe, damit sind Sie erst einmal mit ausreichend Lesestoff versorgt. Wir lesen, hören und sehen uns aber hoffentlich bald!

To be continued.

Ihre Christina Spill

Es muss etwas passieren…

…und zwar auf dieser Seite. Über gute Vorsätze habe ich an dieser Stelle schon einmal geschrieben – nach einem Seminar zum Thema „Web 2.0 und Social Media für Journalisten“ ist meine To-do-Liste noch ein bisschen länger geworden. Google mag Seiten, auf denen etwas passiert. Und ich habe eine Menge zu erzählen. Zum Beispiel zum Thema Betriebssport: In der Mai-Ausgabe des WIRTSCHAFTSREPORTS beleuchte ich die Vorteile vom Schwitzen mit Kollegen. Bei Interesse einfach reinklicken und ab Seite 28 lesen:

http://www.ihk-siegen.de/share/flip/Mai2014/index.html

Und in der aktuellen Ausgabe des SÜDWESTFALEN MANAGERS gebe ich eine Übersicht zur Unternehmensberaterbranche und erkläre, wie man den passenden Berater findet. Außerdem habe ich mich mit dem Risiko von Wirtschaftsspionage beschäftigt. Hier geht es zu den Texten:

http://www.suedwestfalen-manager.de/node/1852

http://www.suedwestfalen-manager.de/node/1855

http://www.suedwestfalen-manager.de/node/1848

Ich hoffe, damit sind Sie erst einmal ausreichend beschäftigt. Während Sie lesen, bereite ich den Facebook-Auftritt für Die Satzkiste vor. Wussten Sie, dass dort innerhalb einer Minute ganze 1,8 Millionen Mal der „Like“-Button gedrückt wird? Ich sag’s ja: Höchste Zeit, dass etwas passiert!

Gute Vorsätze

Für gute Vorsätze ist es ja eigentlich nie zu spät – dachte ich, und griff beherzt zum VHS-Programm. Seit Jahren möchte ich eine neue Sprache lernen, oder zumindest einmal erworbene Sprachkenntnisse auffrischen. Der Französisch-Leistungskurs ist nun schon seit zehn Jahren passé (oder besser gesagt: vorbei). Ich fühle mich schuldig bei dem Gedanken, Sartre einst im Original gelesen zu haben – wenn auch nicht ganz freiwillig -, heute aber nur noch nach dem Befinden meines Gesprächspartners fragen zu können, ohne seine Antwort darauf zu verstehen. Darüber hinaus beschränkt sich mein Französisch-Wissen auf die Erinnerung an eine Lehrbuchlektion, in der ein Markthändler seine Kundin fragt, ob sie eine Ananas möchte. Außerdem kann ich mich recht angeregt auf Französisch über Fahrräder unterhalten – den Grund dafür an dieser Stelle eingehend zu erläutern, würde jedoch zu weit führen. Das war es dann aber auch mit meiner zweiten romanischen Sprache.

 

Zur Einschätzung meines Sprachniveaus nutze ich einen Online-Einstufungstest. Und siehe da: Die ersten Fragen drehen sich nur um eine Autopanne. Wäre es um einen platten Fahrradreifen gegangen, hätte ich jetzt glänzen können. So aber bin ich aufgeschmissen. Ob Sartre wohl einen guten Automechaniker empfehlen konnte? Nach fünf Minuten gebe ich auf, es ist zu deprimierend. Dann vielleicht doch ein sprachlicher Neustart: „Irgendwann lerne ich Türkisch“, das habe ich mir nach einer Woche Istanbul vor ein paar Jahren ganz fest vorgenommen. Allerdings stelle ich nach einem Blick auf den Starttermin des Anfängerkurses fest, dass ich leider vier Monate zu spät dran bin. Also verschiebe ich meine guten Fremdsprachen-Vorsätze auf den Herbst. Jetzt noch einzusteigen, hätte wohl wenig Sinn. Ich möchte auf keinen Fall riskieren, die Lektion zum Thema Autopannen zu verpassen.

 

Ich hoffe, Sie haben Ihre guten Vorsätze besser umsetzen können als ich – vielleicht kann ich Sie aber auch dabei unterstützen. Auf Deutsch, Spanisch und Englisch leiste ich gerne Pannenhilfe. Auf ein erfolgreiches Jahr 2014!

 

Ihre Christina Spill